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OAA Ungefährer Bestand

Um auch eine große Anzahl an Benutzern im Rahmen der Omnichannelstrategie mit ausreichend genauen Zahlen zur Verfügbarkeit eines Artikels versorgen zu können, bietet das Modul OAA von SAP-CAR auch die Möglichkeit, den ungefähren Bestand eines Artikels mit einem Kennzeichen für ungefähren Bestand (KuB (engl. rough-stock-indicator – RSI)) anzeigen zu lassen.

Diese werden anhand des Echtzeitbestandes durch OAA periodisch berechnet und können dann den konsumierenden Anwendungen (z.B. Onlineshop) per IDOC zu Verfügung gestellt werden. Mehr zum Echtzeitbestand finden sie in unserem vorhergehenden Blogbeitrag zum Thema.

Dieser ungefähre Bestand (z.B. vorrätig/niedriger Lagerbestand/nicht vorrätig, oder verfügbar: ja/nein) eines Artikels, kann dem Kunden nun bereits bei der Katalog-Ansicht eines Produktes (bevor er dies in den Warenkorb legt) gezeigt werden. Der Kunde erkennt somit sofort, ob ein Produkt vorrätig ist. Somit werden Bestandsanfragen zu Produkten, die nicht vorrätig sind, verringert und die Performance der Echtzeitbestandsberechnung zu Peakzeiten nicht eingeschränkt.

Wie OAA konfiguriert werden muss, um den ungefähren Bestand von Artikeln zu berechnen, zeigt der folgende Beitrag.

Konfiguration der KuB Parameter

Die Art und Weise, wie KuB (Kennzeichen für ungefähren Bestand) für Kunden dargestellt werden, ist stark abhängig von den verwendeten Geschäftsprozessen und Anforderungen eines Einzelhändlers.
Aus diesem Grund hat SAP hier den BAdI /OAA/BADI_ATP_RSI_GENERATION _SC (wird OAA im Profilmodus betrieben, ist hier entsprechend der BAdI /OAA/BADI_ATP_RSI_GENERATION zu verwenden) bereitgestellt. Dieser muss für einen ordnungsgemäßen Einsatz zuvor entsprechend durch einen SAP-Entwickelnden (per SAP HANA Rules Framework, siehe nähere Beispiele hier) an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden.

Dieser BAdI ist initial nur zu Testzwecken verwendbar, hiermit können aber bereits alle weiteren Funktionen wie das Anzeigen des ungefähren Bestandes für einen Artikel oder das Versenden der KuBs per IDOC getestet werden.
Der SAP-Entwickler definiert hier die Kategorien für die KuBs, sowie deren Wertebereiche für verfügbare Mengen, welche entsprechenden Kategorien zugeordnet werden.
Folgend ein Beispiel, wie die Berechnung eines KuBs aussehen kann:

KuB-Ermittlung nur anhand der aggregierten verfügbaren Menge

Die KuB-Ermittlung anhand der aggregierten verfügbaren Menge ermittelt die verfügbare Menge pro Artikel, indem sie die verfügbaren Mengen über alle zulässigen Bezugsquellen und alle angegebenen Daten hinweg zu einer einzelnen Zahl aggregiert.

 

Ergebnis der BAdI Berechnung

Nach erfolgreicher Ausführung erzeugt der BAdI einen sog. KuB-Snapshot. Dieser Snapshot besteht aus einer Liste von Artikeln mit aggregierten Mengen und den entsprechenden KuBs pro Vertriebskanal-ID. Die entsprechenden Ergebnisse des Snapshots werden in der Tabelle /OAA/RSI_SNP gespeichert (siehe Screenshot mit Beispielen).

Replikation des KuB an die E-Commerce Lösung

Um die KuBs nun auch für die E-Commerce Lösung verfügbar zu machen, wird mit der Ausführung des BAdIs der erzeugte KuB-Snapshot den konsumierenden Anwendungen per IDOC mithilfe des Data Hubs unter Verwendung der ALE-IDoc-Verteilung zur Verfügung gestellt.
Hierzu sind folgende Parameter nötig:
IDoc-Typ: OAA_RSI_IDOCTYPE
Nachrichtentyp: OAA_RSI_MSGTYPE
Segmente: E1OAA_RSI_H für Kopfdaten und E1OAA_RSI_I für Positionsdaten

Da die KuBs natürlich auch laufend aktualisiert werden müssen, sollte ein Job für den BAdI /OAA/BADI_ATP_RSI_GENERATION eingerichtet werden. Dieser sollte etwa alle 15 min ausgeführt werden, um die aktuellen KuBs zu berechnen und bereitzustellen. Hierbei ist darauf zu achten, dass der BAdI mit aktivierter Checkbox „Nur KuB-Kategorieänderungen senden“ ausgeführt wird.

Bei gesetzter Checkbox „Nur KuB-Kategorieänderungen senden“ werden die Einträge in der Tabelle /OAA/RSI_SNP auf Änderungen für CHANNEL_ID, ARTICLE_ID und ROUGH_STOCK_VALUE (d.h. KuB Kategorie) überprüft und entsprechend geupdated.

Somit sollten nun die KuBs korrekt und Echtzeitnah dem Kunden bei der Durchsicht eines Warenkatalogs bzw. des Onlineangebots zu Verfügung stehen.

 

Georg Walther | Senior SAP Consultant
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