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SAP OMSA

Geben Sie nur Lieferversprechen, die Sie halten können! 

Heutzutage sind Verfügbarkeit und Lieferzeit von Waren an Endkunden wichtiger denn je. Kunden erwarten ein nahtloses Shoppingerlebnis mit kurzen Lieferzeiten. Wer schnell und zuverlässig liefert, sichert sich Kundenzufriedenheit, steigert damit seinen Umsatz und sichert so seine Wettbewerbsfähigkeit. Die COVID19-Pandemie hat diesen Trend zusätzlich beschleunigt. Kunden nutzen Online-Preisvergleichstools, was zusätzlich den Druck auf den Retailer erhöht. Gleichzeitig sind inzwischen aber auch viele Kunden bereit, einen höheren (Versand-)Preis zu wählen, wenn sie ihre Ware per 1-Day-Delivery oder gar am selben Tag (Same-Day-Delivery) erhalten.

Abbildung 1: SDD Marktentwicklung (Quelle: Same-Day Delivery: Zukünftiger Goldstandard der Paketzustellung? (sennder.com) )

Händler und Lieferanten stehen vor der Herausforderung, im modernen Zeitalter des Omnichannel-E-Commerce genaue Lieferzeit- und Verfügbarkeitsaussagen zu treffen, insbesondere wenn Third-Party-Logistikdienstleister, Drop-Shipping oder Streckengeschäfte integriert werden müssen. Um diese hohen Anforderungen gerecht zu werden, können Sie auf SAP OMSA als Lösung für genaue Liefertermine und kanalübergreifende Verfügbarkeitsinformationen setzen.

SAP OMSA (Order Management for Sourcing and Availability), ist ein fortschrittliches Produkt, das in der SAP Industry Cloud angesiedelt ist. Es ist gewissermaßen der Nachfolger von SAP OAA, das Teil des SAP CAR ist. Wollte man bisher OAA nutzen, musste man sich ein komplettes SAP CAR System lizensieren lassen. Das war aufwändig und teuer, vor allem wenn man nur Bedarf für das OAA-Modul hatte. OMSA dagegen kann als Cloud-Service auf Basis der SAP Business Technology Platform an Ihr bestehendes S/4HANA-Backend oder anderen Systemen angebunden werden. Außerdem bietet OMSA einige Weiterentwicklungen ggü. OAA. Mehr dazu erfahren Sie in Teil 2 unseres Blogbeitragsreihe zu OMSA.

 

Welche Lösung bietet Ihnen SAP OMSA?

SAP OMSA hat das Ziel, dass alle in der IT-Architektur vorhandenen Systeme mit Bestandsverwaltung ihre aktuellen Bestände in festgelegten Intervallen an SAP OMSA übermitteln, sodass OMSA als führendes Bestandsverwaltungssystem fungieren kann. Dadurch müssen Systeme, die Verfügbarkeitsinformationen benötigen, wie beispielsweise ein Webshop, nur noch bei SAP OMSA anfragen. Neben der Auskunft über Verfügbarkeiten ermöglicht SAP OMSA auch das Sourcing. Im Sourcing spielt SAP OMSA sein eigentliches Potenzial aus. Früher wurde das Sourcing vom ERP-System übernommen, was aufgrund der Vielzahl an Bestandsquellen heute nicht mehr praktikabel ist. Mit SAP OMSA werden durch definierte Strategien und KPIs das optimal geeignete Lieferwerk und der Versanddienstleister für den Warenkorb ermittelt und an das anfragende System zurückgemeldet. Der Sourcing-Prozess kann an Ihre individuelle Unternehmensstrategie angepasst werden. Außerdem erfährt der Nutzer bereits während des Bestell- und Check-Out-Prozesses, wann er sein gewünschtes Produkt erhält, wie viele Mengen noch verfügbar sind (meist in ungefähren Angaben), und welcher Versanddienstleister es zustellen wird.

Abbildung 2: Vorteile der Nutzung von OMSA in prozentualen Zahlen (Quelle: SAP)


Mit SAP OMSA haben Sie die Möglichkeit, Ihre Order Management Strategie gezielt auf Ihre Kunden auszurichten. So machen Sie Ihre Kunden mit schneller Lieferung zum versprochenen Zeitpunkt glücklich. Gleichzeitig spart es direkt Kosten, da es Ihre Sourcing- und Fullfillment-Prozesse optimiert und immer diejenige Bezugsquelle findet, die zu Ihrer Strategie passt. Das sichert Ihnen eine hohe Kundenzufriedenheit und Kosteneffizienz.

 

Zielgerichtetes Sourcing mit SAP OMSA 

SAP OMSA bietet einige Vorteile gegenüber SAP OAA und ist gegenüber klassischen Lösungen massiv im Vorteil. Warum? 

OMSA arbeitet zielbasiert. Die meisten Lösungen in diesem Bereich basieren auf Strategien, die statische Regeln verwenden und schwer zu warten sowie zu verstehen sind. SAP OMSA ermöglicht es Geschäftsanwendern, ihre Geschäftsziele in Form von Zielen, Zielwerten und Einschränkungen festzulegen. Basierend darauf ermittelt es dann auf intelligente Weise das beste Beschaffungs- und Verfügbarkeitsergebnis.

 

Wie sieht die Zielabbildung mit SAP OMSA aus?

Grundsätzlich gibt es 5 Strategieziele.

  • Genutzte Kapazität: Die Auslastung eines Betriebs pro Tag. Die Kapazität kann in den Betriebsstammdaten hinterlegt werden.
  • Lieferzeit: Basierend auf den Transportation Lanes ermittelte Zeit, die für die Lieferung benötigt wird.
  • Kosten für Versand: Auf Basis der Transportation Lanes ermittelte Versandkosten.
  • Sendungen je Auftrag: Verschiedene bzw. mehrere Lieferungen pro Auftrag (eine Lieferung pro Site).
  • Kosten für Kommissionierung und Verpackung: Auf Basis der Werksstammdaten und Anzahl an Produkten ermittelte Picking-Kosten.
     

Über die Benutzeroberfläche können unterschiedliche Strategien innerhalb dieser 5 Ziele konfiguriert werden. So lässt sich beispielsweise für bestimmte Warengruppen oder Jahreszeiten eine maßgeschneiderte Strategie entwickeln. Jede dieser Strategien wird durch eine "Strategie-ID" identifiziert, die von anfragenden Systemen wie einem Webshop übermittelt werden kann, um die entsprechende Strategie zu aktivieren.

Auf diese 5 Zielen müssen insgesamt 100 KPIs (Key Performance Indicator) verteilt werden, um die Gewichtung der Ziele zu definieren. Natürlich können die KPIs auch deaktiviert werden.

Es gibt zusätzlich noch drei Einstellmöglichkeiten, die folgenden Einfluss auf die Sourcing Strategie haben:

  • Produktverteilungen: Kann ein Produkt von unterschiedlichen Betrieben verschickt werden?
  • Teilmengen: Wird der Versand von Teilmengen erlaubt?
  • Fehlende Produkte: Wird der Versand erlaubt, wenn ganze Produkte fehlen?
     

Abschließend kann man noch festlegen, für welche Betriebe die Strategie gilt.

Nun muss noch geprüft werden, ob unsere Strategie auch so arbeitet wie vorgesehen. Dafür stellt OMSA die Sourcing Simulation zur Verfügung. Hier simuliert das System das Sourcing, und zeigt Uns, wie das Ergebnis aussehen würde. Anhand dessen können Wir unsere Strategie, wenn nötig nachschärfen.

Mithilfe der genannten Funktionen stellt SAP OMSA wirkungsvolle Optionen zur Sourcing-Konfiguration zur Verfügung. Dadurch kann Ihre Sourcing- und Fullfillment-Strategie effizient verfolgt werden, Kosten werden im Budget gehalten und Ihre Unternehmensziele zielgenau abgebildet.

SAP Order Management for Sourcing and Availibility bietet, wie der Name schon verrät, aber nicht nur die Funktionalitäten zum Sourcing. Es fokussiert sich auch auf die Availability.

 

Verfügbarkeiten in SAP OMSA

Die neben dem Sourcing wohl wichtigste Funktion des OMSA ist es, Verfügbarkeiten auf Anfrage von umliegenden Systemen zu beantworten. Das Umsystem fragt per API bei OMSA die Verfügbarkeit eines Artikels oder eines gesamten Warenkorbes an. OMSA, dass die Bestände aller vorhandenen Systeme kennt, führt anhand der vorgegebenen Unternehmensstrategie das Sourcing durch.  Hier bestimmt OMSA aus welchem Werk und mit welchem Versanddienstleister die Produkte am besten geliefert werden, und auch wie viele Lieferungen dazu nötig sind. OMSA beantwortet die Anfrage des Umsystems mit der Verfügbarkeit, Lieferzeit und Versanddienstleister sowie evtl. Paketanzahl.

Um Kunden die Verfügbarkeit von Produkten im Webshop anzuzeigen, bietet SAP OMSA verschiedene APIs an:

  • Available Calculation: Durch Mitgabe der Strategy ID kann herausgefunden werden, wie viele Items für eine Strategie verfügbar sind.
  • Available to Sell: Hier kann herausgefunden werden, wie viele Items generell für den Verkauf verfügbar sind.
  • Available to Sell by Site: Durch Mitgabe von Site IDs (dies können Filialen oder Verteilzentren sein) können die Verfügbarkeiten in gewissen Betrieben abgerufen werden. Interessant z.B. bei der Anzeige von Filialverfügbarkeiten z.B.: (Click&Collect).

Neben dem reinen Bestand, welcher in Echtzeit verfügbar ist, berechnet OMSA auch den zu erwartenden Bestand z.B. aus Bestellungen. Die Verfügbarkeiten werden Ihren Kunden über den Webshop mitgeteilt (Produkt ist verfügbar, und X Lieferbar in 3 Tagen). Über einen ATP Snapshot werden die Daten aus dem S/4HANA-Backend bereitgestellt.

Reservierungen

Reservierungen werden initial durch die Sourcing-Anfrage ausgelöst, können und müssen je nach Einstellungen aber upgedatet werden. So gibt es insgesamt drei Reservierungsstatus, welche nach folgenden Empfehlungen konfiguriert werden können:

  • Temporary: Diesen Status bekommt eine Reservierung, wenn der User das Produkt dem Warenkorb hinzufügt. Diese Reservierung läuft ab.
  • Pending: Dieser Status wird vergeben, wenn der Checkout-Prozess durchlaufen ist.
  • Confirmed: Die Reservierung bekommt den Status „Confirmed“, wenn sie erfolgreich im S/4HANA Backend angelegt worden ist. 

Mit Hilfe einer API kann der Status einer Reservierungs-ID variabel angepasst werden. Der Zeitpunkt, wann diese API aufgerufen wird, ist variabel. Die Oben genannten Zeitpunkte sind nur Vorschläge. Wenn Sie SAP OMF (Order Management Foundation) verwenden, sendet dieses Tool bei der Auftragserstellung in S/4HANA automatisch die "Reservation Confirmed"-Nachricht. Dadurch entfällt die Notwendigkeit einer eigenen Entwicklung im S/4HANA.

Availability Block

Wenn ein Bestand kurzfristig aus der Verfügbarkeit entfernt werden soll, so empfiehlt sich ein Availability Block. Das hat den Effekt, dass Ware im SAP OMSA als nicht mehr verfügbar angezeigt wird. Dadurch wird der Bestand im SAP OMSA als nicht verfügbar markiert und kann nicht für die Beschaffung genutzt werden, ohne dass aufwendige Umbuchungen im Backend erforderlich sind. Bei einem Availability Block über die API muss eine bestimmte Zeitdauer festgelegt werden, die definiert, wie lange der Bestand als nicht verfügbar angezeigt werden soll.

Die verfügbarkeits Auskunft ist eine der Hauptaufgaben von SAP OMSA. OMSA Liefert hier anhand des Sourcings innerhalb von Sekundenbruchteilen die Antwort auf die Anfragen der Umsysteme. Es nennt dabei alle Fakten, die Ihrem Kunden wichtig sind: Verfügbarkeit, Lieferzeit, Versanddienstleister und evtl. Anzahl der Pakete. So können Sie Ihrem Kunden genaue Lieferversprechen geben, die Sie auch umsetzen können. Damit erreichen Sie höchste Kundenzufriedenheit und Effizienz inklusive niedrigere Kosten.

 

Integration von SAP OMSA 

Sie haben nun einen Einblick bekommen, wie Sie von SAP OMSA profitieren und welche grundlegenden Funktionen das Tool bietet. Aber wie können Sie OMSA mit Ihrem bestehenden S/4HANA-Backend integrieren? Das erfahren Sie in unserem letzten Abschnitt.

Das S/4HANA-System kommuniziert nicht direkt mit dem SAP OMSA-System, sondern nutzt die SAP Data Ingestion als Schnittstelle. Diese stellt die Verbindung zu SAP OMSA dar und leitet die benötigten Daten dorthin weiter. Zunächst werden alle relevanten Informationen, wie etwa Produktstammdaten, gesammelt. Anschließend filtert die Data Ingestion die spezifischen Daten heraus, die für den jeweilige Industry Cloud Service, in unserem Fall OMSA, erforderlich sind. Dadurch muss das S/4HANA-System nur eine einzige Verbindung zur Data Ingestion herstellen, was die Integration vereinfacht und alle erforderlichen Daten stets verfügbar macht.  


 Abbildung 1: Integration Industry Cloud Services via Data Ingestion

Überblick der benötigten Daten aus dem S/4HANA
 

Mit dem Data-Replication-Framework (DRF) können Sie verschiedene SAP Standard Business-Objekttypen und zugehörige Outbound-Implementierungen verwenden, um den Datentransfer vom SAP S/4HANA System an die Data Ingestion zu realisieren. Im Folgenden erhalten Sie einen tabellarischen Überblick über die wichtigsten DRF-Elemente hinsichtlich der Datenversorgung von SAP OMSA:

 

Unterstützte Entität (Datenaufnahme für Industry-Cloud-Lösungen)

Business-Objekttyp

Outbound-Implementierung

Beschreibung der Outbound-Implementierung

Unterstützte Replikationsmodi

sap.cic.inventory.AtpSnapshot

5665

CIC_ATP

ATP-Snapshot (Industry-Cloud-Lösungen)

  • Initialisierung 
  • Änderungen
  • Manuell 
    Wir empfehlen, eine zusätzliche tägliche Initialisierung für den ATP-Snapshot durchzuführen.

sap.cic.inventory.InventorySnapshot

DRF_0103

CIC_INV_SN

Bestands-Snapshot (Industry-Cloud-Lösungen)

  • Initialisierung 
  • Änderungen
  • Manuell 

 

sap.cic.plant.Plant

DRF_0085

CIC_PLANT

Werk (Industry-Cloud-Lösungen)

  • Initialisierung 
  • Änderungen
  • Manuell 

 

sap.cic.product.Product

DRF_0090

CIC_PROD

Produkt (Industry-Cloud-Lösungen)

  • Initialisierung 
  • Änderungen
  • Manuell 

 

sap.cic.common.UnitOfMeasureCodes

DRF_0033

CIC_UOM

Mengeneinheit (Industry-Cloud-Lösungen

  • Initialisierung
  • Manuell 

 

Die Integration von SAP OMSA mit einem S/4HANA-System kann effizient gelöst werden, indem relevante Daten über eine zentrale Schnittstelle, die SAP Data Ingestion, bereitgestellt werden. Durch diese Verbindung wird die Kommunikation vereinfacht, da nur eine einzige Schnittstelle erforderlich ist, um alle notwendigen Informationen für Industry Cloud Applikationen, wie OMSA, zu übertragen. Dies spart nicht nur Aufwand bei der Integration, sondern stellt auch sicher, dass alle Daten stets verfügbar und aktuell sind. Das Data-Replication-Framework (DRF) bietet darüber hinaus eine Reihe von relevanten SAP Standard Outboundimplementierungen für den Datentransfer aus dem SAP S/4HANA zu SAP OMSA.

 

Sie haben weitere Fragen zum Thema SAP OMSA? - Melden Sie sich bei uns, unsere Kollegen stehen Ihnen gerne zur Verfügung! 

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Sebastian Thümmler | SAP Consultant
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